Ernährung

Eine gesunde Ernährung trägt wesentlich zur allgemeinen Gesundheit bei und hilft, zahlreiche Erkrankungen zu verhindern, zu verbessern oder auch zu heilen. Sich gesund zu ernähren reicht jedoch oft nicht aus. Es nützen auch die besten Lebensmittel wenig, wenn andere Systeme des Körpers wie der Darm oder auch die Leber nicht richtig funktionieren.
Auch das Immunsystem und chronischer Stress spielen hier eine entscheidende Rolle.

Der menschliche Körper kann, wenn er vollständig entkleidet ist und keinerlei Sonnenschutzmittel verwendet werden, in einer halben Stunde mehr als 20.000 IE (500 mcg) Vitamin D3 bilden.

 

Orthomolekulare Empfehlungen

Aus orthomolekularer Sicht wird aus verschiedenen Gründen ein Blutwert von mindestens 80 nmol/l empfohlen. Weder die RDA noch die Supplementierungsempfehlungen der Gesundheitsbehörde sind dafür ausreichend. Natürlich liegen die Verhältnisse bei jedem Klienten und jeder Problematik anders, aber die Dosierungen, um 80 nmol/l zu erreichen, liegen in jedem Fall bei mindestens 45 bis 50 mcg pro Tag. Je höher die Dosierung, desto leichter ist es, den idealen Blutspiegel zu erreichen. Fazit: Da kaum jemand jeden Tag fetten Fisch isst, wird die RDA praktisch nie erreicht, geschweige denn die Blutwerte, wie sie bei den rund um den Äquator lebenden Jägern und Sammlern die Norm sind. Supplementierungen müssen daher standardmäßig eingesetzt werden, um die Blutwerte auf natürlichere Werte anzuheben.

 

Die empfohlene Tagesdosis zielt auf der Aufrechterhaltung eines mittleren Blutspiegels von 30 nmol/l ab. Jedoch wird bereits dieser Wert bei vielen Menschen nicht erreicht – Stadtbewohner erreichen in nördlichen Breiten im Durchschnitt 20 nmol/l. Die rund um den Äquator lebenden Jäger und Sammler haben Vitamin-D3-Blutwerte von etwa 115 nmol/l. Die natürlichen Werte sind also fast sechsmal so hoch wie die der Stadtbewohner.

 

Auswahlhilfe (Multi-)Vitamine, Mineralstoffe und Fettsäuren

Beim Auswählen einer Basissupplementierung ist es natürlich wichtig, dass die zugeführten Vitamine und Mineralstoffe wirklich den erhöhten Bedarf decken. Daher müssen Sie immer auf die Bioverfügbarkeit der Vitamine und Mineralstoffe achten. Im Folgenden finden Sie einige essenzielle Merkmale, die Ihnen bei der Auswahl der optimalen Basissupplementierung helfen.

 

Multivitamine und -mineralstoffe

  • Sollten hauptsächlich organisch gebundene Mineralstoffe mit hoher Bioverfügbarkeit enthalten, die gut vom Körper aufgenommen werden
  • Sollten alle wichtigen Mineralstoffe wie Selen, Chrom, Bor, Molybdän, Jod, Mangan, Kupfer, Schwefel und Silicium enthalten
  • Sollten Vitamine möglichst umfassend in Komplexform enthalten, zum Beispiel alle acht B-Vitamine in Kombination mit den unterstützenden Substanzen PABA, Inositol und Cholin
  • Sollten für eine optimale Wirkung ausreichend hoch dosiert sein
  • Sollten Synergisten wie Aminosäuren und Pflanzenextrakte für bessere Wirkung und Aufnahme enthalten
  • Sollten keine unerwünschten Hilfsstoffe wie Talkum, Lactose, Titandioxid und Eisenoxid enthalten
  • Sollten keine unnötigen Zucker oder andere Süßstoffe, Stärkemehl, synthetische Konservierungsmittel sowie Farb-, Aroma- und Duftstoffe enthalten

 

Fettsäuren aus Fisch und Krill

  • Nur Fischfettsäuren in Form von Triglyceriden sind zu empfehlen; diese Form ist natürlichen Ursprungs, hat eine höhere Bioverfügbarkeit, ist besser aufnehmbar, kann niedriger dosiert werden und ist sicherer als die üblicherweise verwendeten synthetischen Ethylester
  • Fettsäuren aus Krill bestehen aus Phospholipiden; dies ist die Fettsäureform, die am allerbesten vom Körper aufgenommen wird
  • Fettsäureemulsionen sind eine anwendungsfreundliche Lösung, wenn sie auf der Basis von Triglyceriden und nicht auf der Basis von Ethylestern formuliert sind

 

Vitamin C

  • Die wirksamste und am besten aufnehmbare Form von Vitamin C ist der Ascorbatkomplex mit den unterstützenden Mineralstoffen Kalium, Magnesium und Zink
  • Vitamin C kommt in der Natur gemeinsam mit unterstützenden Citrusbioflavonoiden vor und sollte so auch in der Supplementform verwendet werden

 

Vitamin D

  • Vitamin D3 bindet sich besser an den Vitamin-D- Rezeptor und wirkt daher bis zu zehnmal effektiver als Vitamin D2.
  • Eine Fettmatrix aus Olivenöl ermöglicht eine bessere Aufnahme von Vitamin D im Darm, sodass eine größere Wirkung wird mit einer niedrigeren Dosis erreicht werden kann

 

Magnesium

  • Es gibt zwei organisch gebundene Formen, die sehr gut vom Körper aufgenommen werden: Bisglycinate und Citrate
  • Magnesiumoxid ist nicht effektiv: Es wird vom Körper wieder ausgeschieden und kann Durchfall verursachen
  • Als unterstützende Substanz sollte zumindest Vitamin B6 vorhanden sein

 

Fazit

Da sich der Nährstoffgehalt der Pflanzen nachweislich verschlechtert, die RDA nicht an den aktuellen Nährstoffstatus von Obst und Gemüse angepasst ist und wir zu wenig Fisch essen und nicht genügend Sonnenlicht erhalten, ist eine Basissupplementierung mit Multivitaminen und -mineralstoffen, Omega-3, Vitamin C, Vitamin D und Magnesium unter allen Umständen für alle Menschen unverzichtbar.

Es ist und bleibt eine Tatsache, dass Sie sehr wahrscheinlich nur selten Menschen antreffen werden, die sich ausreichend lange im Sonnenlicht aufhalten, täglich genügend Bioobst und Gemüse zu sich nehmen und obendrein noch Fischliebhaber sind.

 

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